Studieren als Muslim

Schnell noch den letzten Schluck Tee, die Tasche auf den Rücken und ab geht es zur Uni. Dies gilt natürlich nur für den, der sich dem Anwesenheitsgebot verpflichtet fühlt. In der Alma Mater angekommen werden noch die Kommilitonen gegrüßt: Salam Fatima – Servus Kai und dann beginnt auch schon die Vorlesung.

Nach dem geistigen Input braucht schließlich auch der Körper seine Stärkung. Die Speisekarte der Mensa ist Gott sei Dank reichhaltig an kulinarischen Köstlichkeiten.

Tagesgericht 1: Schinkennudeln – eher unpassend.

Tagesgericht 2: Allgäuer Käsespätzle mit geschmolzenen Zwiebeln – schon besser.

Mit gesättigtem Magen lässt es sich auch besser denken. Ein kurzer Blick auf die Uhr. Es ist schon Zeit für das Mittagsgebet. Die Kommilitonen müssen kurz ohne mich auskommen. Ich mache mich auf den Weg zur Gebetswaschung, was ich ohne eine Überschwemmungsaktion auf dem WC erledigen können sollte.

Im Gebetsraum der Hochschule treffen sich immer wieder die unterschiedlichsten Studenten. Alle sind vereinigt in ihrer Verbeugung vor ihrem Schöpfer. Dies ist wohl auch die erholsamste Zeit im Studienalltag. Ein zehnminütiges Gebet, das für die nächsten Stunden Segen, Kraft und Motivation gibt.

In der nächsten Vorlesung kommt das Thema von Algebra, zu Arabern, zu Islam. Gut, dass ich ein Kopftuch bzw. einen muslimischen Namen trage, da weiß der Dozent ganz genau, wen er herauspickt für seine Fragen. Dabei erlangte manch einer neue Erkenntnis über den Islam und manch anderer ist nicht wachzurütteln. Die heutige Portion an Aufklärungsarbeit ist aber abgehakt. Eine Fortsetzung folgt zu 100%.

Nicht aber heute. Jetzt heißt es sich auf den Heimweg machen, um das nächste Gebet noch zu erwischen…

I.E.

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